Merkmale der Erfassung

Analog zur Diversität der Definitionen für den Bereich der promovierten Wissenschaftler:innen sind auch die Merkmale, die von Einrichtungen erhoben oder als wünschenswert angesehen werden, breit gestreut. Unsere Befragung zeigte, dass die Erhebung von Merkmalen wie persönlichen Angaben zur promovierten Person, dem Status und der Zugehörigkeit zu einer Einrichtung oder Fachrichtung von den meisten Einrichtungen als wünschenswert erachtet werden. Zum Teil weniger eindeutig präferiert sind weitere Merkmale, die Rückschlüsse auf die wissenschaftliche Tätigkeit (Publikationen, Transferleistungen, Drittmittel, Auszeichnungen oder Preise etc.) oder konkrete Karriereverläufe (Qualifizierungszeiten, Mobilität) und persönliche Faktoren wie die familiäre Situation zulassen.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht zu Merkmalen und Aggregatdaten, die im Zuge gesetzlicher Berichtspflichten bereits an den Einrichtungen vorliegen und weiteren, die zur Erfassung empfohlen werden.

Promotionsstatistik (§ 4 HStatG)

  • Geschlecht, Geburtsmonat und –jahr, Staatsangehörigkeit
  • Art der Promotion und Prüfung, Monat und Jahr des Prüfungs-abschlusses, Fachrichtung der Prüfung, Prüfungserfolg und Gesamtnote

 

Habilitationsstatistik (§ 3 (3) HStatG)

  • Geschlecht, Geburtsmonat und –jahr, Staatsangehörigkeit
  • Fach, Monat und Jahr der Habilitation
  • fachliche und organisatorische Zugehörigkeit
  • Art des Dienst- oder Beschäftigungsverhältnisses

 

Hochschulpersonalstatistik / Wiss., höherer Dienst (§§ 3 (4), (5) HStatG)

  • Geschlecht, Geburtsmonat und –jahr, Staatsangehörigkeit
  • fachliche und organisatorische Zugehörigkeit
  • Dienst- oder Beschäftigungs-verhältnis zur Hochschule, tarifliche Einstufung, Art der Finanzierung
  • höchster Hochschulabschluss: Jahr des Erwerbs, Studienfach, Hochschule, Staat – bei Erwerb außerhalb der BRD
  • Art der Qualifizierungsposition, ob in einem Promotionsverfah-ren, ob in einem Habilitations-verfahren
  • für Habilitierte: Jahr, Fachge-biet, Hochschule, Staat – bei Habilitation außerhalb der BRD
  • Position in der Hochschulleitung
  • Jahr der Erstberufung, Vorqualifikation – bei Erstberufung

 

Personalstandstatistik (§ 6 FPStatG)

  • Geschlecht, Geburtsmonat und –jahr, ggf. Wohnort, Staatsange-hörigkeit
  • Aufgabenbereich oder die Produktgruppe bzw. Wissen-schaftsgebiet
  • •Art, Umfang und Dauer des Dienst- oder Arbeitsvertragsver-hältnisses
  • Laufbahngruppe, Einstufung, Dienstaltersstufe oder Stufe der Bezügetabelle, Stufe des Fami-lienzuschlags, Bruttobezüge im Berichtsmonat, gegliedert nach Bezügebestandteilen
  • Dienst-/Arbeitsort, Wohnort
  • Bildungsabschluss

Das Indikatorenmodell ist ein Ergebnis eines Kooperationsprojektes unter der Leitung des Statistischen Bundesamtes mit dem Hochschul-Information-System (HIS), dem Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ), dem Institut für Hochschulforschung Wittenberg (HoF) sowie dem International Centre for Higher Education Research (INCHER) Kassel. Näheres können Sie im Endbericht nachlesen. Im Indikatorenmodell werden für die „Postdoc-Phase“ elf Indikatoren mit 37 Aggregatdaten (Kennzahlen) vorgeschlagen:

  • PD1 Rekrutierungsbasis
  • PD2 Individuelle Qualifizierungsziele und -motive
  • PD3 Umfang u. Struktur der wissenschaftlichen Qualifizierung
  • PD4 Zeitlicher Qualifizierungs- und Karriereverlauf
  • PD5 Wege zur Professur
  • PD6 Arbeitssituation und -bedingungen
  • PD7 Beschäftigungsverhältnisse und berufliche Zufriedenheit
  • PD8 Abgeschlossene wissenschaftlichen Qualifizierungen
  • PD9 Erwerb von Kompetenzen und wissenschaftlicher Output
  • PD10 Berufungschancen und Karriereaussichten
  • PD11 Präferenzen Promovierter für den beruflichen Verbleib

Der "Kerndatensatz Forschung" (KDSF) für das deutsche Wissenschaftssystem ist eine Spezifikation von Standards, die eine harmonisierte Erfassung und Vorhaltung von Forschungsinformationen über Forschungseinrichtungen in Deutschland hinweg ermöglichen sollen. Der KDSF schlägt sieben Aggregatdaten vor, bei denen der Promovierte Wissenschaftliche Nachwuchs bzw. Postdocs Berücksichtigung finden. Sie sollen jeweils nach Organisations-einheit, Fach und Forschungsfeld zusammengefasst werden.

Bereich Beschäftigte

  • Vollzeitäquivalente, Anzahl Personen (Kopfzahlen), Personenjahre: u.a. ausdifferenziert nach den Merkmalen Personalkategorie, Qualifikation (Habilitiert/ Promoviert), Befristung und ggf. Vertragslaufzeit, Altersgruppe*, In Postdoc-Phase**

 

Bereich Nachwuchsförderung

  • Anzahl abgeschlossener Qualifikationsverfahren: ausdifferenziert nach den Merkmalen Geschlecht, Staatsangehörigkeit (Inland/ Ausland) und dem Datenobjekt Habilitation
  • Anzahl Habilitierender**, Anzahl Nachwuchsgruppenleiter:innen**, Anzahl Juniorprofessoren:innen**: (bisher) keine Ausdifferenzierung vorgeschlagen

 

* Schale
** Empfohlen zur Weiterentwicklung

In der Befragung der Hochschulen zum Stand der Erfassung der Promovierten wurden verschiedene Merkmale von den Hochschulen genannt. Dabei wurden Merkmale genannt, die im Rahmen einer „Postdoc“-Erfassung an deutschen Hochschulen (zukünftig) erfasst werden oder wünschenswert wären.

 

Weitere Merkmale

  • Ort des Abschlusses, Herkunftsland für Internationale
  • Stellensituation (befristet), Stipendium, etc.
  • Qualifizierungsziel, berufliche Ziele
  • Angaben zu Habilitationsverfahren
  • Interesse zur Teilnahme am Mentoring-Programm
  • Mitglied der Hochschule seit…
  • Nationalität
  • Befristung (ja/nein)
  • Qualifikations-/Entwicklungsziel, Qualifizierungsphase
  • (geplante) Habilitation
  • Drittmittelgebende, eingeworbene Drittmittel
  • Fünf zentrale Publikationen
  • Forschungsschwerpunkte, -profil, Themen: Dissertation, Postdoc-Projekt, Habilitation
  • Zeitpunkt der Promotion
  • Sprachkenntnisse
  • Betreuungsleistungen